DIE TOTGESCHWIEGENE DIMENSION
The Hushed Up Dimension

Fritz Cloos
(1909-2004)



Corporate Logo Design
Hit Counter

Zu Cloos auch: Akten der Deutschen Volksgruppe in Rumaenien 1940-1944, Das Jahr 1942

Bergels "Dichtung und Wahrheit" laesst selbst Goethe erblassen


Im Leitartikel der "Suedostdeutschen Tageszeitung" vom 14. Februar 1942 schreibt Cloos. unter dem Titel Der Arbeiter erfuellt seine Pflicht u.a
:

            Es gibt eine alte Soldatenparole: "Maul halten und weiter dienen!" Sie gilt heute angesichts der Lage und der Aufgabe der Deutschen Volksgruppe in Rumaenien mehr denn je. In Kriegszeiten sind die Parolen kurz, befehlsmaessig und verpflichtend. [...] Das Soldatentum setzt sich nicht aus politisierenden Stammtischrunden zusammen, sondern aus Pflichtbewussten und opferbereiten Maennern. [...]

            Das angesprochene Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein ist ein bestimmender und leitender Charakterzug unseres Volkes. Andere Voelker haben in dieser deutschen Pflichtauffassung vielfach einen geistlosen Hang zum sogenannten Kadavergehorsam zu erkennen geglaubt und von dieser, fuer sie unverstaendlichen Haltung die grosse Anforderung an Disziplin, Gehorsam und Pflichterfuellung abgeleitet. Die Uebeldenkenden haben damit den deutschen Menschen vollkommen missverstanden. Ohne die soldatische Pflicht- und Disziplinauffassung koennen wir weder als Einzelmensch, noch als Volksgemeinschaft bestehen, denn diese Haltung entspricht unserem innersten Beduerfnis, so etwa wie anderen Voelkern der Hang nach Romantik oder persoenlicher Gelassenheit innerstes Beduerfnis sein mag. Fuer uns ist daher eine Parole wie "Maul halten und weiter dienen" nicht eine "geistlose Phrase", sondern Auftrag!

            [...] Wir sagen nichts gegen die still und schweigend ihre Pflicht erfuellenden Soldaten und Fuehrer der Arbeit, aber wir muessen uns einen klaren Blick und ein eindeutiges Urteil fuer die Schmarotzer bewahren.
Wir denken hier auch an die anderen Saboteure, die in diesen Tagen der Entscheidung kurzsichtig genug sind und glauben, dass es in diesem Krieg um sogenannte "politische Machtfragen" geht und die kommende Neuordnung als eine politisch interessante und auch an und fuer sich bedeutungsvolle Frage ansehen. Sie vergessen, dass wir in einem Zeitalter der Totalitaet leben, und nicht mehr Politik im alten Sinne, innerhalb eines kleinen Kreises zustaendiger Volksfuehrer und Amtswalter gestalten, sondern fuer die Totalitaet unseres Volkes, das heisst fuer jeden einzelnen, vom reichsten bis zum aermsten Volksgenossen eintreten. Jetzt schon kommt dieses auf organisatorischen und in vielen Faellen und Anfangsarbeiten zum Ausdruck. Es kann heute schon niemand aus dem gespannten Netz entweichen oder allein das tun was ihm persoenlich passt oder nur Vorteile bringt, wenn es auch noch vielfach fuer den oberflaechlichen Betrachter so aussieht.

            Wir kennen das Wort des Fuehrers: "Wer an diesem Krieg verdient, der stirbt." Wir unterscheiden aber zwischen direkten Kriegsgewinnlern und auch solchen, die trotz des Krieges gut, oft auch besser als im Frieden, verdienen und dieses mit Scheinkonjunktur bemaenteln und sich ein Haus nach dem andern kaufen, dabei nach aussen hin trotzdem in das allgemeine Gestoehne einstimmen und ihren Verpflichtungen nicht nur der Gemeinschaft, sondern dem einzelnen schaffenden Volksgenossen oder den wartenden Familienangehoerigen unserer Frontsoldaten gegenueber so nachkommen, als seien dies Geschaeftsprobleme und nicht Menschen seines Blutes, die miteinander auf Gedeih und Verderben verbunden sind. Die Neuordnung ist eine hoechst persoenliche Angelegenheit und wird an der sozialistischen Haltung des einzelnen im Zeichen des sozialistischen Sieges dieses sozialistischen Krieges gemessen und beurteilt werden! [...]

            Gewiss, wir sind uns alle einig, unsere Stellung als einzelne und Einsame im argen grossen Entscheidungskampf inmitten fremder Umgebung, Lebensgewohnheiten und Behandlung ist schwer. Ist dies aber so schwer, dass wir unserem inneren Gesetz untreu werden, so schwer, dass wir Unannehmlichkeiten mit Einsatz und Opfer verwechseln duerfen?! Niemals! Ueber unserem kleinen Einzel- und Sonderschicksal stand immer das Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein gegenueber der Sache und der grossen Gemeinschaft. Wir werden jedem, der von aussen oder innen heraus, dieses Fundament des Vertrauens in unsere innere Kraft und unsere Fuehrer untergraebt und beleidigt, mit aller Schaerfe entgegentreten. Das Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein ist der beste Teil unserer Ehre!

            [...] Wir wissen, dass ueber diesem Einsatz sowie ueber der Haltung in der Heimat eine Idee, eine Bewegung und der Fuehrer, der uns den Einsatzbefehl gegeben hat, wacht!

            [...] Der Ruf "Maenner an die Front" kommt uns wie eine Selbstverstaendlichkeit vor, denn Frontkameradschaft ist hoechste Verpflichtung, die man nicht abschuetteln kann, sondern einfach einhalten und erfuellen muss. Wir wollen wieder mit ihnen zusammen stehen oder aus ihren Haenden die Waffen nehmen und zu neuem Kampf und Sieg fuehren!


B E M E R K U N G E N

Dieser Leitartikel darf als programmatisch eingestuft werden, schon deshalb, weil das Organ der Deutschen Volksgruppe in Rumaenien ihn als Leitartikel abdruckt zu einer Zeit, als das diktatorische Volksgruppenregiment seine Machtposition ausbaute und festigte. Cloos bringt die politische Programmatik der Volksgruppe zur Sprache, und er macht kein Hehl aus seiner extremistischen Neigung. Cloos ist einer der wenigen der ehemaligen "Amtswalter" der Volksgruppe, vielleicht mit Ausnahme des Volksgruppenfuehrers Andreas Schmidt, der sich zum  TOTALITARIMUS des Nationalsozialismus nicht nur offen bekennt, sondern diesen auch als sein eigenes, persoenliches Lebenselement feiert. Cloos fuehlt sich ausgesprochen gut im totalitaeren Umfeld der Volksgruppenpolitik, die doch weiter nichts als ein Ausfluss von Hitlers Politik zu gelten hat, hinter die sich Cloos als "politischer Soldat" bedingungslos stellt, getreu der von ihm angestrengten militaristischen Parole "Maul halten und weiter dienen!" Cloos beschwoert der Reihe nach alle vom extremistischen Deutschnationalismus und vom NS zu typisch "deutschen" Tugenden erhobenen "Werte" wie Pflichtbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein und Gehorsamspflicht, allessamt pervertierte, von ihren allgemein menschlichen Inhalten entleerte, zynische Propagandafloskeln. Das Marsch- und Kriegsgetoese, das in diesen Aeusserungen mitklingt, ist kaum ueberhoerbar. Ueber die totalitaere Politik der "Volksgruppe" befindet Cloos, dass sie dem ureigensten Wesen und den Beduerfnissen des deutschen Volkes entspraeche, somit auch fuer die Deutschen Rumaeniens verbindlich sei, weil das zum einen vom "Fuehrer" befohlen, zum anderen dem "Ehren"-Kodex des "sozialistischen Sieges dieses sozialistischen Krieges" entspricht. Mit solchen Gedankengaengen liefert Cloos das typische Beispiel des angepassten, uebereifrigen, unselbstaendigen, die Deutschen Rumaeniens ohne jegliche Skrupel den Machtgeluesten des Dritten Reiches ausliefernden sozialen Emporkoemmlings, Phrasaendreschers und Opportunisten, allessamt Wesensmerkmale von Gesinnungstaetern. Weil Cloos eine der fuehrenden NS-Spitzen in der sogenannten "Volksgruppenfuehrung" war - er stand der sogenannten "Deutschen Arbeitsfront" (DAF) vor - steht er auch fuer die Gruppe von zynischen, verantwortungs- und skrupellosen NS-Taetern, die den Deutschen Rumaeniens die Zwangsjacke des NS-Totalitarismus und NS-Terrors ab Herbst 1940 bis zum 23. August 1944 anlegten - Cloos nennt die "das gespannte Netz", dem kein "Volksgenosse" mehr entweichen kann.


Vergleich
Das filmische Spiel mit der gesellschaftlichen Verantwortung. Zu Guenter Czernetzkys Fernsehfilm "Deutsche im Gulag"

Datei: Dimension3.html                             Geaendert: 09.03.2010                                     Autor und Klaus Popa