-->
DIE TOTGESCHWIEGENE DIMENSION
The Hushed Up Dimension
XI

ARTHUR PHLEPS
(29.11.1881 Birthälm - 21.9.1944 bei Arad (gefallen))


onlinedegreeadvantage.com


            Der volle Wortlaut der hier auszugsweise vorgelegten, von Phleps verfassten Dokumente in der juengst erschienenen Dokumentensammlung unter Nr. 172, S. 175-179; Nr. 206, S. 211-214; Nr. 477, S. 457-459.

»Akten um die "Deutsche Volksgruppe in Rumaenien" 1937 - 1945. Eine Auswahl«

Herausgegeben von Klaus POPA
Einzelheiten und Bezugsmoeglichkeiten unter:
Peter Lang Verlagsgruppe
Bern - Berlin - Bruxelles - Frankfurt am Main - New York - Oxford - Berlin

            Ergaenzende Dokumente, die von anderen NS-Potentaten, in der Hauptsache von SS-Obergruppenfuehrer Gottlob Berger, Chef des SS-Hauptamtes und des SS-Ergaenzungsamtes, Schwiegervater von "Volksgruppenfuehrer" Andreas Schmidt,  ueber Phleps handeln:

Nr. 211, S. 217f.; Nr. 217, S. 225f.; Nr. 374, S. 359; Nr. 379, S. 378; Nr. 400, S. 395f.; Nr. 405, S. 399; Nr. 606, S. 568f.; Nr. 607, S. 570.


Vergleich

Keine fuenfte Kolonne ?


Kriegsverbrecherische Anordnungen von Artur Phleps


            In Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42, bearbeitet, kommentiert u. eingeleitet von Peter Witte, Michael Wildt, Martina Voigt, Dieter Pohl, Peter Klein, Christian Gerlach, Christoph Dieckmann, Andrej Angrick (Hamburger Beitraege zur Sozial- und Zeitgeschichte. Hg. von der Forschungsstelle fuer Zeitgeschichte in Hamburg, Quellen, Band 3), Hamburg 1999 heisst es ueber Phleps:

 "Ehemaliger rumaenischer General, Kommandant des rumaenischen Gebirgskorps, Kommandeur Regiment "Westland" Juli 1941 - Januar 1942, Befehlshaber der Waffen-SS in Serbien Februar 1942, Kommandeur SS-Freiwilligen-Division "Prinz Eugen" Februar 1942 - Mai 1943, SS-Obergruppenfuehrer 21.6.1943" (S.708).

 Hier weitere aufschlussreiche Stellen aus Himmlers Dienstkalender:

 Vermutlich am Nachmittag des 10. April 1941 fragte Karl Wolff, Chef des persoenlichen Stabes RFSS Himmler, ob das SS-Fuehrungshauptamt der SS-Division "Reich" sofort Weisung geben solle, General Ph. in ihrem Verband am Einmarsch im serbischen Banat teilnehmen zu lassen. Himmler bejahte dies (Berger(1) an Juettner v. 10.4.1941, abschriftlich an Wolff mit dem Vermerk: "10.IV. 17.00", BA, NS 19/2724, Bl.20) (Dienstkalender Himmler S.148, Anm.21)

 Ph. wurde am 29. April 1941 um 16 Uhr zusammen mit SS-Gruppenfuehrer Berger von Himmler empfangen. Berger foerderte Ph.s Aufnahme in die SS und seine Karriere, weil Ph. als populaerer Ex-Militär der rumaenischen Armee die Gewaehr fuer zahlreiche Freiwilligenmeldungen zur Waffen-SS von Seiten der Rumaeniendeutschen zu bieten schien (Berger an Himmler v. 10.4.1941, BA, NS 19/2724, Bl.20) (Dienstkalender Himmler S.154 u. Anm.43)

 Zu dem am 3. November 1941 um 22.15 Uhr mit dem in der Wolfsschanze befindlichen Gruppenfuehrer Wolff gefuehrten Telefonat notiert Himmler: "Eindeutschung SS-Oberfuehrer Phleps(2)" (Dienstkalender Himmler S.253)

 Wahrscheinlich noch im November 1941 wurde Ph. vom "Fuehrer" persoenlich zum SS-Brigedefuehrer befoerdert (Dienstkalender Himmler S.279)

 Brigadefuehrer Ph. hatte am 31. Januar 1942 um 16 Uhr einen Termin bei Himmler (Dienstkalender Himmler S.333)

 Himmler hatte eine Besprechung mit Ph. am 24. Februar 1942 um 14 Uhr bei einem Essen im Hotel Vier-Jahreszeiten in Muenchen in der Anwesenheit von SS-Gruppenfuehrer Meyszner, HSSPF(3) in Serbien, Gestapo-Chef Mueller, Waffeninspekteur und Inspekteur der Junkerschulen Walter Krueger und Staatsrat Turner, Chef der Militaerverwaltung in Serbien, wobei letzterer Himmler seinen "Gesamtsituationsbericht an den Reichsfuehrer SS. Betr.: Entwicklung der Lage in Serbien" vom 16.2.1942 (BA, NS 19/1730, Bl.123-136) uebergab (Dienstkalender Himmler S.361f.)

 In der Vortragsnotiz Himmlers fuer den 8. März 1942 vor dem "Fuehrer" heisst es: "Stamm Freiwilligendivision Prinz Eugen". Laut Kumm, Vorwärts Prinz Eugen, S.38f. sollte Kommandeur Ph. unter ehemaligen Offizieren der Oesterreichisch-Ungarischen Armee Fuehrer und Unterfuehrer suchen (Dienstkalender Himmler S.373 u. Anm. 20 daselbst)

 Vortragsnotiz Himmlers vom 16. April 1942: "Befoerderungen", u.a. Ph. (Dienstkalender Himmler S.398). Das Organ der Volksgruppenfuherung, "Suedostdeutsche Tageszeitung" (SODTZ) vom 28. April 1942, S.6 informiert ueber den an Phleps verliehenen militaerischen Grad: SS-Gruppenfuehrer.

 Offenbar bei den auf die Ansprache Himmlers vor SS-Obergruppen- und Gruppenfuehrern im Haus der Flieger in Berlin am 9. Juni 1942 folgenden Einzelbesprechungen berichtete der Chef der Militaerverwaltung in Serbien, SS-Gruppenfuehrer Turner, dass er, nachdem er die Verfuegung ueber das Vermoegen der ermordeten serbischen Juden erhalten habe, dem Kommandeur der SS-Division "Prinz Eugen", Phleps, "einige Millionen" zur Finanzierung der Einheit persoenlich uebergeben habe. Wegen der ungeklaerten Regelung ueber das juedische Vermoegen liess der HSSPF Serbien, Meyszner, die SS-Division diese Gelder spaeter wieder zurueckgeben (Turner an Meyszner v. 29.8. und Meyszner an Himmler v. 4.9.1942, BA, NS 19/1672, Bl. 14f. und 38) (Dienstkalender Himmler Anm. 27, S.459)

 In der Vortragsnotiz Himmlers vom 22. September 1942: "zwei Freiwilligen Divisionen Boehmen Maehren Korps Phleps. Fuehrer will sich ein paar Tage ueberlegen." (Dienstkalender Himmler S.565)

 In seinem Vortrag vor Hitler am 10. Dezember 1942 schlug Himmler die Bildung einer weiteren SS-Division aus 20.000 Mann aus dem Rekrutenkontingent fuer die Luftwaffen-Felddivisionen vor, ferner die Aufstellung einer kroatischen SS-Division unter Phleps. Dessen schon existierende SS-Division "Prinz Eugen" sollten alle bewaffneten volksdeutschen Kraefte in Kroatien unterstellt werden (Himmler an Hitler v. 12.12.1942 [Entwurf], BA, NS 19/2251, Bl.1f.) (Dienstkalender Himmler S.640 und Anm.55 daselbst).

 [10.4.1943] Das SSPHA an die PKzl. Ueberpruefung einer Liste von neun SS-Gruppen- und -Brigadefuehrern ohne Parteimitgliedschaft bzw. ohne Partei-Mitgliedsnummer durch die PKzl.: Sechs davon Parteimitglieder, die uebrigen drei (SS-Gruf. Demelhuber und Phleps sowie SS-Brif. v. Treuenfels) noch ohne Mitgliedsnummern. Absicht Himmlers, wegen der Aufnahme D.s und Ph.s' in die NSDAP an Bormann heranzutreten (APKZ I. Teil, .Bd.1, Nr.16811,S.827).

 Am 22. Juni 1943 wird aus Berlin die Befoerderung von Ph. zum SS-Obergruppenfuehrer gemeldet (SODTZ 143. Folge, 23. Juni 1943, S.2). [Zweifelsohne erfolgte diese Befoerderung nicht nur als Anerkennung der militaerischen Erfolge in der Bekaempfung der serbischen und kroatischen "Banden", sondern auch, weil Phleps nun das NSDAP-Parteibuch besass].

 Am 8. Juli 1943 wird aus Berlin mitgeteilt, Hitler habe dem Kommandeur der SS-Division Prinz Eugen, Obergruppenfuehrer Ph., das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen (SODTZ 156. Folge, 9. Juli 1943, S.2).

 Biograhische Information: Arthur Phleps, unser General der Waffen-SS, in: SODTZ 182. Folge, 8. August 1943, S.10.
Die Wochenzeitschrift "Das Reich" wuerdigt "das Leben und die militaerische Laufbahn dieses hervorragenden Offiziers" (SODTZ 176. Folge, 1. August 1943, S.3).
Ritterkreuztraeger SS-Obergruppenfuehrer Arthur Phleps, in: SODTZ 188. Folge, 15. August 1943, S.10.
Foto: SS-Obergruppenfuehrer Phleps bei einer Besichtigungsfahrt (SODTZ 218. Folge, 19. September 1943, S.10).
Foto: General Arthur Phleps (SODTZ 6. Folge, 9. Januar 1943, S.6).
Aus dem Boden gestampft. Die Aufstellung und Ausbildung der SS-Division "Prinz Eugen" / Eine traditionsgebundene Kampfgemeinschaft und ihr General (SODTZ 107. Folge, 9. Mai 1943, S.10).
E. Mueller, Phleps und seine Maenner. Der Volksgruppenfuehrer besuchte die "Prinz Eugen" Division [mit drei Photos] (SODTZ Folge 147, 29. Juni 1944, S.3).


B E M E R K U N G E N
Arthur Phleps spielte nicht nur auf dem militaerischen Schauplatz des europaeischen Suedostens, naemlich in Serbien und Kroatien, eine aus seiner eigenen Ueberzeugung entsprungene Rolle, sondern er war von der SS-Fuehrung auch als psychologischer "Koeder" gedacht. Seine Person diente der SS und ihrem sogenannten "Freiwilligenprogramm", das ab Mai 1943 zwischen deutschen und rumaenischen Stellen in Vertragsform abgesegnet wurde, dazu, auf ehemalige Offiziere der oestereichisch-ungarischen Armee und vor allem auf junge Rumaeniendeutsche einzuwirken, sich "freiwillig" in den Dienst der Waffen-SS zu stellen.

 Die im Juni 1942 Kommandeur Phleps durch den Chef der Militaerverwaltung in Serbien, SS-Gruppenfuehrer Turner, aus dem Vermoegen der ermordeten serbischen Juden zur Finanzierung seiner Einheit, SS-Division "Prinz Eugen", persoenlich zur Verfuegung gestelleten Millionen liess Phleps anscheinend nicht nur seiner Einheit zugute kommen, sondern er schaffte es, ausreichende Summen beiseite zu schaffen, um sich in Kronstadt auf dem Schlossberg ein zweistoeckiges Haus mit Dachgeschosswohnungen in Fachwerkbaustil auffuehren zu lassen.



1. Schwiegervater des Volksgruppenfuherers Andreas Schmidt, Chef des Fuehrungshauptamtes

2. Das bezieht sich auf die Erteilung der reichsdeutschen Staatszugehoerigkeit

3. Hoeherer SS-Polzei-Fuehrer


 RFSS - Reichsfuehrer SS = Heinrich Himmler

 BA - Bundesarchiv

 NS 19 - Archivbestand

 SSPHA - SS-Personal-Haupt-Amt

 PKzl. - Parteikanzlei der NSDAP, unter Bormann.

 Brif. - Brigedefuehrer


B e t r a c h t u n g e n
ueber die letzten politischen Ereignisse in Rumaenien.

"Die Legion ist tot, es lebe die Legion !" So schallt es sinngemaess aus dem Manifest des Staatschefs.1
[...]
Das an Selbstherrlichkeit grenzende Selbstbewusstsein der nun zur Macht gelangten, selten ehrgeizigen und faehigen Generalen / (2) duldet keine andere Macht neben sich. Daher war die Zweiheit: Staatschef /General Antonescu/ und Fuehrer der Legion /Horia Sima/ eine Paarung, die nicht haltbar war, zum Bruche fuehren musste, dies umsomehr als auch in der Zusammensetzung der Regierung, das Legionaersprinzip nicht eingehalten wurde.

Hier der Staatsfuehrer, - alter Soldat, nur Soldat, hart gegen sich und die andern im Vordern (sic!), geradeaus im Planen und Handeln, keinem Kompromiss zugaengig, nur das Ziel vor Augen, apolitisch nach ganzer Veranlagung.2

Dort der Gegenpol, der junge Legionaersfuehrer, Idealist, voller Planung und begeisterter, mystisch religioes angehauchter Hingabe fuer die Sache, Fuehrer des Heeres der Legionaere, dieses ungefestigten Konglomerates der nach Stellen, Wuerden, Vermoegen und Brot lechzenden Maenner und Frauen, zumeist unausgegorene Jugend.
[...]

Und das Resultat ?
In seinem Aufrufe an die Nation der letzten Tage schildert General Antonescu das totale Versagen dieser Legionaere, ihren Undank, deren raeuberische Betaetigung in der erst 5 Monate dauernden Regierungszeit und folgert daraus die Notwendigkeit eines neuen Aufbaues der Legion durch ihn selbst. [...]

Diese Rebellion wurde niedergeschlagen. Dank der Anwesenheit und des vermittelnden Wirkens der deutschen Wehrmacht. Ohne sie waere der Staatsfuehrer wohl nicht Herr der Lage geworden, da die legionaere Idee schon zu tief in die Massen eingedrungen ist und auch das junge Offizierskorp der rum. Armee erfasst hat. [...] / (3)

Was wird nun ?

Die Legion bleibt was sie ist, jene Einheit in der sich wenig Faehige, mehr Idealisten und viele Opportunisten zusammenscharten, um ihren Staat, so wie sie ihn sehen, aufzubauen. Dieser Staat ist aber, wie wir in diesen 5 Monaten beobachten konnten, weit entfernt von dem den  ihr hingemordeter Kapitan /Corneleu Codreanu/ ertraeumt und vorgezeichnet hat, denn die Selbstsucht und das Unvermoegen waren zu ueberwiegend um in der Gestaltung des Werkes dem Vorbilde treu zu bleiben.
[...] so muss man dem niederschmetternden Bekenntnis des Staatschefs in seinem Manifest nur zustimmend beifuegen, dass Unfaehigkeit, Diletantismsus, gepaart mit Willkuer und niederer Moral den guten Anfang zu einem traurigen Ende fuehrten. Das war aber von jedem Kenner der Verhaeltnisse zu erwarten. Die Versicherungen, der Wille genuegt nicht, - das Koennen, die Tat gilt allein!
[...] / (4)

Kann dieser Mann, der die Wahl der Legionaere zum Staatschef machte, das Werk vollbringen, das dem grossen Kapitaen vorschwebte? Es muss aus folgenden Gruenden bezweifelt werden.

1) Die Persoenlichkeit des Staatschefs.
Nebst Fehlen einer politischen Veranlagung, greift er auch in der Wahl seiner Mitarbeiter fehl und sieht die formende Masse nur in der Perspektive des eigenen Ichs. Sein Auftreten und seine in Manifesten und Apellen zum Ausdruck kommenden persoenlichen Aeusserungen zeigen bereits zaesarenhafte Symptome, des durch die innehabende Macht der Stellung berauschten Mannes. Diese Symptome aber werden gesteigert und gefestet (sic!) durch die nun sturmartig anschwellende Huldigung der noch sklavisch empfindenden Masse des Volkes und bestaerkt den Staatschef im Vertrauen auf seine Unfehlbarkeit und truebt noch mehr den Blick fuer die wahre Lage.
[...] / (5)

3.) Die Legion
Sie ist scheinbar tot und soll nun neu erstehen ! Diese Neuaufstellung, auf Befehl ist aber nicht durchfuehrbar, da die wahre Legion geworden ist und die Legionaere ihren Fuehrer Horia Sima oder dem noch verbliebenen hoechsten Chef treu bleiben. Nur wenig Wertige und der Mist der Mitlaeufer werden dem Rufe des Staatsfuehrers aus den Reihen der Legionaere Folge leisten. Also wird die wahre Legion abseits stehen und sich zu neuem Kampfe und Sturme ruesten, wird auch der kommunistischen Partei ihre gewesenen Mitglieder zurueckgeben, wird unterminierend, hemmend, pruefend, sprengend wirken ! Sie wird nicht ruhen ! [...]

4.) Die Armee
Sie hat scheinbar entsprochen. Das Lob des Staatsfuehrers und die wenigen Opfer /2 Offiziere, 15 U.Offizier und Mann/ sollen das erhaerten. Hat man aber das Verhalten der Truppe in den ersten 3 Tagen der Rebellion beobachtet, dann ist der Eindruck begruendet, dass die Mannschaft nicht in den Haenden ihrer Offiziere war. [....]

Es ist die verbreitete Ansicht in Siebenbuerger Kreisen, dass - ohne Anwesenheit der deutschen Truppen - die rum. Armee versagt, bezw. / (6)
mit ansehlichen Teilen gemeinsame Sache mit den Rebellen gemacht haette. Eine Ansicht die gewiss begruendet erscheint aber ihre Probe nicht erbringen sollte. [...]

[...] Aber es fehlt das Mitschwingen der Volksseele, das einsatzbereite freudige Mitarbeiten der Volksmasse! Was jetzt folgt ist erzwungen ! Das moege nicht ausser Achte gelassen werden ! Das aehnelt bereits dem dem legionaeren Regim Vorausgegangenen von oben Diktieren ! Das Land kennt zu gut die Taetigkeit der Militaerregierungen und Offizierspraefekten; das ist nicht mehr der Legionaersstaat, das riecht nach Militaerdiktatur ! [....]

Und nun wir Volksdeutsche im Lande ?

Was wird mit uns ? Wir hatten doch mit den Legionaeren ein enges Buendnis, hatten mit ihnen zusammengearbeitet und ein Verstaendnis angebahnt. Wohl ihre Schwaeche kennend, war es doch gelungen mit ihrer Zustimmung unsere Volksorganisation auf solide nationalsozialistische Basis zu stellen und uns in der N.S.D.A.P. eine Kraftquelle zu schaf- / (7) fen die unser voelkisches Leben und ferneren Bestand verbuergt.

Was wird nun die neue, vom Staatsfuehrer angekuendigte Organisation, der neue Legionaersstaat, bringen ? Wir sehen ihm mit Bangen entgegen. Denn fuer uns Volksdeutsche wird da wenig abfallen, im Gegenteil der Lebensraum und das Betaetigungsfeld wird noch weiter eingeschraenkt werden. [...] und wir Volksdeutschen koennen nicht vergessen, dass im Sommer 1940 das rum. Volk in seiner Masse uns als Feinde ansah und besonders in Siebenbuergen die Pogromgefahr /aerger als in Polen/ nur durch den Einmarsch der deutschen Truppen abgewendet wurde !3 [...]

In der Armee hat sich, trotz des legionaeren Regimes wenig geaendert. Der volksdeutsche Soldat ist noch vielerorts der Geaechtete. Die Klagen sind Legion ! [...] Wieder werden Hunderte von Deserteuren sich verstecken, ueber die Grenzen fluechten, Unglueck in die Familien tragen und das Verhalten vom Volk zur Staatsgewalt trueben, das Vertrauen aber des Staatschefs zum deutschen Volke zerstoeren. Als Reaktion wird sowohl der deutschvoelkische Soldat als auch das Volksganze die leidenden Folgen zu tragen haben.

Und wieder schallt der Ruf durch alle Gauen (sic!) des deutschen Siedlungsgebietes: "Wir wollen als deutsche Soldaten unserem Vaterlande dienen, in deutschen Einheiten, von deutschen Offizieren kommandiert werden" ! So wird allein dieses heikle Problem geloest werden koennen und den volksdeutschen Siedlungsgruppen in Siebenbuergen und im Banat jene Sicherheit geben, die fuer ihren Bestand noetig ist !

Diese volksdeutschen Einheiten werden die maennlichen Erziehungsstaetten sein, denen sich die Deutschen des Reiches erfreuen; und nur so / (8) den Volksdeutschen Schutz und Schirm sein in jeder Gefahr !
Daher muss der Aufstellung deutschvoelkischer grosser Einheiten nach bereits vorgeschlagenem Entwurf naehergetreten werden, [....]

Kronstadt, den 28. Januar 1941.                                                        Arthur Phleps4
                                                                                                    Divisionsgeneral i.R.

[R 58 (Reichssicherheitshauptamt), Akte 157, Seiten 20-27],



1. Marschall Ion Antonescu.
2. Recht fragwuerdige Behauptung, die auch auf Phleps nicht das guenstigste Licht wirft, insofern er nicht zu realisieren scheint, dass ein Militaer als Staatsoberhaupt und die Generalitaet als Regierung keinesfalls apolitisch einzustufen sind. Dasselbe gilt fuer Phleps selbst, der wahrscheilich sich der Illusion hingab, trotz seines spaeteren massiven Einsatzes fuer die expansionistische Vernichtungspolitik des Reiches weiterhin 'apolitisch' geblieben zu sein. Eine recht fragwuerdige Vorstellung von Politik und unpolitisch sein!
3. Diese Einschaetzung ist eine ueberspannte Uebertreibung, die wohl aus der nationalen Fanatisierung der deutschen Minderheit geboren wurde und aus der Ueberzeugung entsprang, dass die in Rumaenien befindlichen deutschen Truppen ein Garant innerer Stabilitatet und des Ueberlebens der Minderheit darstellten.
4. Eigenhaendig.
DOKUMENTARISCHER NACHTRAG

Briefwechsel Phleps - Himmler


Kriegsverbrecherische Anordnungen von Artur Phleps

Zu Georgescu/Milatas weiterer geschichtsrevisionistischen Literaturproduktion vgl.

Ein eklektisches Stückwerk aus allzu viel Kompromissbereitschaft

Vorläufige Bestandsaufnahme von Paul Milata, Zwischen Hitler, Stalin und Antonescu. Rumäniendeutsche in der Waffen-SS, 2007